Katze – Tier oder Familienmitglied?

Meine Katze ist definitiv ein Familienmitglied, eines um das ich mir zur Zeit sorgen mache. Aber von Anfang an…


Mara ist/war ein Fundtier aus Achim, sie wurde lt. Fundtierabgabevertrag am 30.07.2001  halbtot in einer Wasserpfütze liegend gefunden. Ihr Geburtstermin wurde auf Mitte Juni geschätzt.
Sie bekam von den Mitarbeitern den Name MARA.
Mara hatte damals schon Katzenschnupfen und eine Pilzinfektion die auch auf den Menschen übertragbar ist.
Ich bin damals ins Tierheim Verden/Walle gefahren um mich von einer Katze aussuchen zu lassen und Mara suchte mich aus! Sie wollte am liebsten sofort mit, ich denke sie war so was wie der Prügelknabe unter den vielen anderen kleinen Katzen. Am 24.10.2001 Unterschrieb ich den Vertrag und nahm unser neues Familienmitglied mit nach Hause wo schon seit Wochen alles bereit stand, Katzenbaum, Toilette, Näpfe, Spielzeug, Futter und Leckerchen, Katzenmilch und und und.
Ein paar Tage später bin ich mit ihr zum Tierarzt vor Ort weil Mara sich so kratzte und das Fell kahle stellen aufwies.Zudem nieste sie wiederholt und die Nase lief… Diagnose: Katzenschnupfen & Katzenpilz! Außerdem riet die Tierärztin mir dazu, Mara wieder zurück zu bringen und mir lieber ein gesundes Tier zu holen, erfahrungsgemäß würde ich sehr viel Geld in Tierarztbesuche investieren müssen. ich habe mich damals sehr zusammen nehmen müssen, ich hatte ja schließlich auch kranke Kinder, und die habe ich auch nicht abgegeben! Im nach hinein denke ich das Mara sich vielleicht deswegen für mich entschieden hat…
Mit ca. 6 Monaten wurde sie das erste mal Rollig, ich ließ sie Kastrieren weil ich auch heute noch der Meinung bin das es mehr als genug Katzen  gibt die in Tierheimen ihr Leben fristen oder verwildern. Die OP hatte sie gut überstanden, mit der Narkose an sich hatte sie Probleme. Mara wurde morgens Operiert und nachmittags hab ich sie wieder nach Hause holen dürfen. Sie kämpfte sich auf meinen Schoß, selbst  zur Toilette musste ich Mara mitnehmen. Sie war schwach, erbrach sich.. und ich hatte keine Ahnung was ich machen sollte! Der Tierarzt meinte bei meinem Anruf das wäre normal, oje was für ein Metzger! Ich zog mir für die Nacht meine Matratze auf den Fußboden und legte ein dickes Badetuch neben mein Kopfkissen, stellte das Katzenklo neben die Matratze, Wasser mit etwas Katzenmilch … solange sie meine Wärme spüren konnte war alles gut und sie schlief, aber wehe wenn ich mich entfernte…
In dieser Nacht ließ ich das Licht an und an Schlaf war auch nicht wirklich zu denken. Zum Glück ging es am nächsten Tag bergauf, sie blieb die nächsten 48 Stunden schwach, aber Stück für Stück erholte sie sich.
Mara entwickelte sich zu „everybody darling“ , ihr Lieblingsplatz war auf meiner Schulter denn wo ich war wollte sie auch sein. Auf die Schulter geht sie nur noch selten aber … wo ich bin will sie immer noch sein 😉
Ich lernte jemanden kennen, jünger als ich und mit einen Riesenkalb von einem Hund, ein Bernersenn-Rüde. das das Herrchen genauso schlecht erzogen war wie sein Hund sollte sich erst später herausstellen…
Mara hatte erstmal Angst als der Hund unser zu Hause betrat, sie schaute sich aber recht schnell mein verhalten gegenüber des Hundes ab und wurde so zum Herrscher über die Couch.
Wir zogen einen Ort weiter zusammen,  und Mara hatte was neues, sie lief in der Dachrinne des Hauses spazieren und die Nachbarn meinten sie wäre die „Katze auf dem heißen Blechdach“.
Unter uns wurde die Wohnung frei , ich hatte die Nase voll von Hund und Herrchen und deren Kapriolen und so zogen wir aus oder besser gesagt eine Etage tiefer. ( Ich habe bis heute nichts gegen Hunde, nur gegen unfähige und dummdreiste Halter!!!)
Und da hatte Mara dann auch das erstemal wieder Kontakt zu Artgenossen. Ich kann es nicht anders beschreiben, sie schrie um Hilfe wenn sie draußen auf eine andere Katze/Kater traf! Das war 2004, ich hatte gerade meinen jetzigen Ehemann kennen und lieben gelernt. Meinen jetzigen Mann hatte sie sofort in ihr Herz geschlossen und ..ich kann mir gerade ein grinsen nicht verkneifen…Folgende Situation: Mein Mann fegt mit dem Straßenbesen die Terasse ab, Mara läuft Richtung Hof, plötzlich ein total ängstliches rufen von Mara, mein Mann läuft um die Ecke um nachzusehen… Mara steht (flucht) vor einer anderen Katze, diese steht da (angriff) und ohne darüber nach zu denken wirft mein Mann den Besen und trifft die andere Katze am Schwanz, die flüchtet Richtung Spielplatz und Mara rennt wie vom Teufel verfolgt nach Hause. Dieses „Spiel“ wurde noch ein paar mal gespielt und irgendwann hatte Mara es raus das sie auch andere Katzen verjagen kann…auch ohne uns!Vor 4 Jahren war ihr letztes „Opfer „ein Marder in der Dachrinne der eigentlich an unserem Fenster hinab und dann in die Tanne den Abstieg nehmen wollte. Der hatte sich so erschrocken das er noch eine Stunde später oben saß und schimpfte derweil Mara sich auf dem Teppich rollte, so nach dem Motto „war das toll“.Und obwohl Mara ja nun auch nach draussen durfte war sie nie länger als 1 Std. weg – nicht freiwillig!Irgendwer hatte sie mal eingesperrt, irgendwo… Mara war fast 12 Std. weg und kam abends nass,schmutzig,frierend,hungrig, müde und total verängstigt wieder. Seid dem Tag bleibt sie immer am Haus, auch nachdem wir umgezogen sind.
2006 bekam ich einen schweren Bandscheibenvorfall , ich nahm 40 Kilo in 5 Monaten zu, war zum schluss Bettlägerig, hatte Wahnvorstellungen aufgrund derStarken Schmerzmedikamente und mußte am ende doch in den Op…es gab zu Hause Stress, meine Kinder verstanden nicht das ich plötzlich krank war und nicht für sie da (das ist so wenn man eine Bande Pupertierender Teenager zu Hause hat) , mein Mann hat alles gegeben, keine Nacht länger als 2 Std. schlaf am Stück dank mir… und meine Mara.. ist nicht von meiner Seite gewichen, hat auf mich aufgepasst und wie verrückt geschnurrt…Stundenlang; diese art von Schnurren um die Selbstheilungskräfte in Betrieb zu nehmen!! Als ich dann im KH war hat sie auch nur sehr spärlich gefressen, da mußte mein Mann sich richtig ins zeug legen.
Nach und nach sind meine Kinder ausgezogen und das machte ihr schon zu schaffen, sie hat regelmäßig Schübe von   Eosinophiles Granulom . das Fell fällt aus, sie riecht wie… vergessener nasser Putzlappen im Eimer, es juckt sie, man sieht das es ihr schlecht geht und sie „klebt“ regelrecht an mir… die aAuslöser  letztens waren Badrenovierung und 2 Wochen später bekamen wir einen Durchbruch (Rigipsplatten). Mara bekommt seit Jahren täglich eine halbe Cortison  sonst bekommt sie Asthma Anfälle,  wenn ein neuer Schub kommt dann bekommt sie Antibiotikum und das Cortison wird auf 2x 0,5 Tabl. erhöht. Dann ist das eigentlich schnell vergessen.
Mara verändert sich in letzter zeit ziemlich, sie ist nervös, mag  an manchen Tagen nicht mehr gerne raus, schläft mehr als sonst… es scheint das sie schlechter hört und sieht… Meine große Enkelin war letztes Jahr noch ihr liebster Spielkamerad, dieses Jahr zieht Mara sich zurück, will nur in ruhe Schlafen.
Die Bilder hier sind vom letzten Jahr

Hier rollt sie sich gerade wieder auf den warmen Steinen… unten, sehr beliebt der Platz im Strandkorb auf ihrer weichen Decke bei über 30°C !

Sie hat sich den Sessel in der Stube   erkämpft,liegt aber dennoch liebend gerne auf der Couch…da sitzt mein Mann immer 😉 …

Leute ich mag gar nicht daran denken wenn meine Maus nicht mehr da ist, der Gedanke daran bricht mir das Herz… aber wenn es soweit ist werde ich sie gehen lassen…. Ich versuche ihr das Älter werden zu versüßen, weniger „Nein“ und mehr leckerchen, kein wenn und aber …Tierarztbesuche nur wenn´s es sich gar nicht vermeiden lässt und wenn es ihr im Winter kalt ist drehe ich „Ihre“ Heizung höher…
Ich hätte nur gerne noch ein paar Jahre mit ihr …

nettie67

4fache Mutter und 3fache Oma. Glücklich Verheiratet. Blogger. Gewerbeschein vorhanden.
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6 Gedanken zu „Katze – Tier oder Familienmitglied?

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